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Mit Volldampf in die Weihnachtszeit

Nostalgische Dampflokfahrt mit dem Christkindlmarkt-Express

Aus dem Lokalteil der 'Deggendorfer Zeitung' vom 28.11.2005



So mancher Fahrgast konnte sich seinen Kindheitstraum erfüllen und einmal Lokomotivführer sein. (Foto: Sagstetter)



Als der Dampflokzug zum zweiten Mal aus Zwiesel zurückkam, wurde es schon dunkel. Vor allem die Kinder bestaunten die schön herausgeputzte Lokomotive.
(Foto: Birgmann)

Deggendorf:
Mit dem Christkindlmarkt-Express ging es unter Volldampf ins erste Wochenende des Budenzaubers auf dem Oberen Stadtplatz. Die Fahrgäste ließen sich durchs romantisch verschneite Graflinger Tal nach Zwiesel und zurück bringen, während auf dem Christkindlmarkt schon reger Betrieb herrschte.
Eine der schönsten deutschen Eisenbahnstrecken sei die Linie Deggendorf-Zwiesel, erklärte Schaffner Gotthilf Schneider am Samstag sichtlich bewegt und mit strahlenden Augen. Er durfte den "Christkindlmarkt-Express" mit der ehemalig preußischen Güterzug-Dampflok Baureihe 57 auf der Waldbahn begleiten. Zahlreiche Eisenbahnfreunde, mit Proviant bestens ausgerüstet, machten sich schon am frühen Morgen auf den Weg: Sie wollten die Lok von Passau kommend bei ihrer dampfenden Einfahrt in Deggendorf bewundern. Anschließend waren sie alle dabei, als es hieß: "Einsteigen bitte und die Türen schließen! Vorsicht bei der Abfahrt!"
Und schon setzte sich die schnaufende, ratternde, mächtig dampfende und auf Hochglanz herausgeputzte Lok pünktlich um viertel vor neun in Bewegung, um mit maximal 60 Stundenkilometern ihre nostalgische Fahrt nach Gotteszell, Triefenried, Regen und Zwiesel zu beginnen. Lokführer Sepp Eder zeigte sich in seinem Führerstand sichtlich zufrieden, ebenso die Gäste, die in weihnachtlich geschmückten Abteilen bei Plätzchen, Glühwein und Kinderpunsch die Reise so richtig genießen konnten. Ganz ernst genommen wurde jedoch das antiquarische Hinweis-Schild auf einen besonderen Service der Bahn nicht: "Der Schaffner ist verpflichtet dem Fahrgast auf Verlangen die Schuhe zu reinigen!"
Der Blick nach draußen durchs Waggonfenster oder für manch Hartgesottene außen auf der Plattform bot romantisch glänzende Schneelandschaften im strahlenden Sonnenschein. Vorbei ging's an winkenden Passanten, an weiten Wiesen und Feldern, Tälern und Schluchten, durch tief verschneite Wälder - lautete doch das Motto: "Der Weg ist das Ziel."
Zwischendurch sorgten die Fahrten durch die rabenschwarzen Kühberg- und Hochbühl-Tunnel für Heiterkeit, da so mancher Fahrgast die Dunkelheit für ein kurzes Techtelmechtel nutzen wollte.
Nach vier Stunden ging für die Deggendorfer eine beschaulich-nostalgische Reise am heimischen Bahnhof zu Ende. "Vui z'schnell", findet der "Billettlzwicker". Eingefleischte Eisenbahnfans waren darüber nicht ganz so traurig, schließlich hatten sie nach kurzer Wartezeit die Gelegenheit, die Fahrt im ebenso ausverkauften Nachmittags-Dampfzug zu wiederholen.

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