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Minister macht der Bahn Dampf

Regionalexpress soll bis Ende 2009 jede Stunde von Passau nach München fahren.

Ein Artikel aus der Deggendorfer Zeitung vom 22.08.2006


Von Kerstin Faßbinder
Passau. Das Verkehrsministerium gibt Gas und will bis Ende 2009 die Bahnverbindung München-Passau deutlich verbessern. Daher startete es am Montag eine europaweite Ausschreibung für diese Trasse. "Unser Ziel ist ein neues, wesentlich verbessertes Verkehrskonzept, das Ende 2009 starten soll", erklärt Erwin Huber, Bayerns Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie.
Statt wie bisher nur alle zwei Stunden soll künftig stündlich ein schneller Regionalexpress zwischen München und Passau unterwegs sein. Für die 191 Kilometer braucht dieser Zug im Schnitt zwei Stunden 13 Minuten. Damit erfüllt das Verkehrsministerium die jahrelangen Forderungen u. a. von Politikern aus der Region.
Zwar fährt bisher in den Stunden zwischen dem Regionalexpress ein Zug nach München beziehungsweise Passau. Dabei handelt es sich jedoch um eine "Bimmelbahn", die für die Strecke etwa zwei Stunden und 40 Minuten benötigt. Außerdem müssen die Fahrgäste in Plattling umsteigen.
Für die kleineren Bahnhöfe, die die schnellen Züge künftig nicht mehr anfahren werden, soll es neue Verbindungen geben. So steht fest, dass der Regionalexpress in Otzing (Lkr. Deggendorf) nicht mehr halten wird.
Um den ostbayerischen Raum "optimal an die Landeshauptstadt mit ihrem umfangreichen kulturellen Angebot" anzubinden, wie es Erwin Huber sich erhofft, wird es täglich um 22.25 Uhr eine letzte Abfahrt nach Passau geben, dazu an Freitag- und Samstagabenden eine späte Umsteigeverbindung mit Abfahrt um 23.45 Uhr. Bisher mussten Fahrgäste den Zug um 21.25 Uhr am Münchner Hauptbahnhof erreichen, um nach Dingolfing, Plattling oder Passau zu kommen.
Neben dem neuen Fahrplan will das Ministerium die Pendler auch mit besseren Fahrzeugen, mehr Komfort und Service auf die Schiene locken. Die Behörde verspricht: Ausreichend Platz für Gepäck, Klimatisierung, behindertengerechte Toiletten und Platz für Fahrräder.
An mangelnder Auslastung kann es kaum liegen, dass die Strecke bisher so stiefmütterlich behandelt wurde. Pendler sprechen in Stoßzeiten sogar von "stark überfüllten" Zügen. Um während der laufenden Ausschreibung der Konkurrenz nicht in die Hände zu spielen, will Franz Lindemair, Sprecher der Deutschen Bahn Bayern, jedoch nicht bekannt geben, wie viele Fahrgäste auf dieser Linie den Zug nutzen. Durch die Verbesserungen könnten es mehr werden, hofft das Ministerium.
Auch bei regionalen Politikern rennt es mit der Ausschreibung offene Türen ein. "Endlich", meinen die CSU-Landtagsmitglieder Gerhard Waschler und Bernd Sibler. Seit acht Jahren kämpfen sie für eine bessere Anbindung Ostbayerns an München und für bessere Züge. "Wir haben bisher den letzten Schrott bekommen", schimpft Waschler.
"Jede Minute ist ein Gewinn", freut sich Waschler. "Ostbayern gewinnt damit ein Stück Lebensqualität", ergänzt sein Landtagskollege. "Aber das ist noch nicht das perfekte Ende." Ein doppelter Gleisausbau zwischen Landshut und Plattling sowie Vorrang des Zugs vor der S-Bahn ab Freising - das sind Waschlers neue Ziele.

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