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Donau-Isar-Express: Verspätungen und zu kurze Züge im Einsatz

Bahn entschuldigt sich bei den Fahrgästen

Artikel aus der Deggendorfer Zeitung vom 19.06.2010


Passau/Plattling. Die Bahn kommt. Ob sie pünktlich ist, steht auf einem anderen Blatt. Auf der Strecke Passau-München ist das derzeit selten der Fall, dort finden Gleisbauarbeiten statt. In der Folge durften zu Beginn der Woche Fahrgäste an einzelnen Bahnhöfen nicht mitfahren - die eingesetzten Züge waren zu kurz. Jetzt wird alles besser, verspricht zumindest die Bahn und entschuldigt sich bei den Fahrgästen. Außerdem soll es Entschädigungen geben.

Getroffen hat es auch eine Leserin der PNP. Sie fährt jeden Tag von Plattling aus nach München, hat eine Jahreskarte. Am Montag dann das: 30 Minuten früher als sonst steht sie auf, um rechtzeitig um 4.45 Uhr am Bahnhof zu sein. So war das in einem Flyer angekündigt, der die Änderungen aufgrund der Bauarbeiten an der Strecke auflistete. "Seit zwei bis drei Wochen liegen in den Zügen diese Flyer aus", schreibt sie der PNP. Als sie am Bahnhof steht, zeigt die Tafel dennoch die reguläre Abfahrtszeit an: Um 5.15 Uhr soll der Zug kommen. Mit anderen Pendlern wartet sie. 15 bis 20 Minuten Verspätung hat der Zug, heißt es plötzlich. Dann sind es doch fünf Minuten. Ab Landau müssen alle Fahrgäste in einen Bus steigen, der sie nach Dingolfing bringt. "Da standen wir dann", heißt es weiter. Der Zug kommt wieder mit Verspätung. Um 7.40 Uhr sind die Fahrgäste aus Plattling in München.

Was die PNP-Leserin besonders ärgert: Mehrmals wendet sie sich an Schaffner und Mitarbeiter an den Info-Points in München und Plattling. Niemand kann ihr Auskunft geben, wann ein Zug kommt und ob am nächsten Tag die Züge so fahren, wie es in den Flyern steht. Zwei Mal wählt sie an diesem Tag außerdem die Service-Nummer der Bahn. Erst beim zweiten Versuch bekommt sie Informationen. Defekte Türen seien schuld an der Verspätung, über die Abfahrtzeiten am kommenden Tag wissen auch die Mitarbeiter am Telefon nicht Bescheid.

"Das wird nicht wieder vorkommen", so Bahnsprecher Franz Lindemair über die Unannehmlichkeiten, die besonders den niederbayerischen Fahrgästen entstanden sind. Dass teilweise die Züge zu kurz waren, führt er auf "Planungsfehler" zurück: "Normalerweise fährt der Zug von Passau nach München durch. Da bleibt die Zuglänge gleich." Weil die Lücken mit Bussen überbrückt wurden, seien an den Umsteigebahnhöfen zurück in die Bahn andere Züge eingesetzt worden - zu kurze. Inzwischen sei der Fehler behoben, versichert der Bahnsprecher. Und stellt Entschädigungen für Pendler in Aussicht, die Monats- oder Jahreskarten besitzen. Wie diese aussehen sollen, weiß er noch nicht: "Das wird noch besprochen."

Lindemair zufolge war der Grund für die Verspätung des Zugs, auf den die PNP-Leserin in Plattling warten musste, ein Oberleitungsschaden - nicht defekte Zugtüren, wie ihr am Servicetelefon mitgeteilt worden war. Darüber seien die Bahn-Mitarbeiter wohl nicht rechtzeitig informiert gewesen. Die Unterlagen über die Fahrplanänderungen wegen der Gleisbauarbeiten seien offensichtlich ebenfalls "recht spät angekommen": "Wir entschuldigen uns dafür."

Unter den Pannen bei der Bahn zu leiden hatte auch der Landtagsabgeordnete Bernd Sibler, der regelmäßig nach München pendelt: "Als ich am Montag zurückfahren wollte, war es voll wie in einer Sardinenbüchse." Die Konsequenz: "Aufgrund sehr hohem Fahrgastaufkommens" habe der Zug Verspätung, so die Durchsage des Schaffners, der selbst lachen musste. Die Ursache des Problems liegt also nicht nur beim Ersatzverkehr: "Es müssen generell mehr Garnituren eingesetzt werden", fordert Sibler.

Damit die Bahn rechtzeitig kommt, und die Fahrgäste nicht länger auf der Strecke bleiben.

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