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Mit dem Dampfzug nach Hengersberg

Jubiläumsfahrten ab Deggendorf - Großer Spaß für Familien und Bahnfans

Text aus dem Lokalteil der 'Deggendorfer Zeitung' vom 20.08.2013

Dompfzug mit Tenderlok 70 083 kommend aus Deggendorf, kurz vor Brücke B 533 unten - Highslide JS
Dompfzug mit Tenderlok 70 083 kommend aus Deggendorf, kurz vor Brücke B 533 unten
© Michael Murr
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Der Dampfzug auf seiner letzten Fahrt von Deggendorf nach Hengersberg.


Seit über 100 Jahren besteht die Eisenbahnstrecke "Deggendorf - Hengersberg" - und dieses Jubiläum ist am Sonntag in würdiger Weise nachgeholt worden: Der Bayerische Lokalbahnverein (BLV) ließ seinen historischen Dampfzug dreimal hin und her pendeln. Und je4es Mal war er voll besetzt.

Schon am Vorabend war die 100-jährige Dampflok aus Bayerisch Eisenstein eingetroffen. Die Tenderlok 70 083 hatte in den Werkshallen von Krauss in München unter der Fabrik-Nummer 6733 das Licht der Schienenwelt erblickt.

Am Samstagabend stand sie auf dem ehemaligen Ladegleis, in Nachbarschaft zu den Studentenwohnheimen, unter dem klaren Deggendorfer Sternenhimmel. Die Deggendorfer Feuerwehr half am folgenden Morgen beim Wassernehmen. Das Technische Hilfswerk versorgte die Lok mit Kohle.

Unterdessen heizte das Personal die Lok hoch. Gerade als die Feuerwehr abgezogen war, lösten Meldungen übet "Rauchentwicklung im Bereich des Studentenwohnheims an der Güterstraße" einen größeren Feuerwehreinsatz aus.

Auf Gleis 2 im Deggendorfer Hauptbahnhof drängten sich derweil schon die Fahrgäste. Mitglieder der Stadtkapelle gaben dem Zug frohe Weisen auf den Weg. Dr. Reinhard Müller vom BLV dankte der Feuerwehr und dem THW. Er ging auf die Tradition ein, die seinerzeit mit dem "Mett'ner Bockerl" begonnen hatte. Der Modell-Eisenbahn-Verein Deggendorf hatte in Zusammenarbeit mit der Stadt Deggendorf in den 80er Jahren diese Fahrten zwischen Metten und Deggendorf geführt.

Pünktlich um 11 Uhr erteilte OB Christian Moser der Lok mit Trillerpfeife und Schaffnerkelle den Abfahrtsauftrag. Ob sich der OB in einem Berufswunsch aus seiner Bubenzeit wiederfand? Laut pfeifend ging's durchs Stadtgebiet - die Zugfahrt führte übrigens mitten durch das Gartenschaugelände.

Eine falsche Weichenstellung verursachte eine Unterbrechung gleich bei der ersten Fahrt. Die Reise wäre beinahe statt nach Hengersberg in Richtung Freihafen gegangen. Nachdem der Weichenschlüssel vom Deggendorfer Fahrdienstleiter nachgeliefert worden war, ging's aber wieder weiter.

Der guten Laune der Reisegesellschafttat dieses "kleine Abenteuer" keinerlei Abbruch. In den stilvollen tannengrünen Waggons aus den 30er Jahren genossen vor allem Familien die Zugfahrt.

Unter den Passagieren saßen zahlreiche Vielfahrer aus vergangenen Zeiten. Alt-OB Dieter Görlitz, selbst ein bekennender Eisenbahnfan, pendelte Anfang der 60er Jahre als junger Postbeamter von Deggendorf nach Schöllnach. An seine Fahrschülerzeit im Jahr 1965 sah sich Heugersbergs 2. Bürgermeister Karl-Heinz Seidl erinnert.

Sprichwörtlich Großer Bahnhof in Hengersberg: Die Station erlebte eine wahre Sternstunde. Auf dem fahnengeschmückten Platz erwarteten Menschentrauben den Jubiläumszug. Der Bahnhofswirt versorgte das Publikum mit Getränken und Speisen. In der Nachbarschaft präsentierte die Raiffeisenkasse ihren Fuhrpark.

Der große Zuspruch zeigte, Dass die Hengersberger auch nach Einstellung des planmäßigen Personenverkehrs 1981 große Stücke auf ihren Bahnhof halten. Viele wollten gerade Hengersberg als Ausgangspunkt für diese Zugfahrt.

Übrigens hatte die Feier zum Streckenjubiläum durchaus historische Authentizität: In den ersten 13 Monaten des Bestehens war Hengersberg Streckenendpunkt. Der weitere Streckenabschnitt nach Eging ging erst am 1. August 1914 in Betrieb.

Bleibt noch zu erwähnen, dass entlang der Strecke zahlreiche Eisenbahnfans mit Kameras standen. Manche Autokennzeichen kündeten von einer weiten Anfahrt. Besonders frequentierte Fotostellen waren die Wallfahrtskirche Halbmeile und die Hengersberger Ohebrücke. Einheimische Eisenbahnfans tüftelten sich tagelang Fotostellen aus.

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